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Hauttest erlaubt für frühe Parkinson-Diagnose

Hauttest erlaubt für frühe Parkinson-Diagnose

Bisher war der Nachweis von Alpha-Synuclein nur im Gehirn möglich – nach dem Tod des Patienten. Jetzt kommt ein praktikabler Hauttest zur frühen Diagnose von Parkinson zum Einsatz. Damit kommt der Einstieg in die lange erhoffte präsymptomatische Parkinsontherapie in unser Blickfeld.


Das sich Alpha-Synuclein nicht nur im Gehirn von Parkinsonpatienten ablagert, sondern auch in der Haut, konnten Würzburger Forscher um Kathrin Doppler schon 2014 zeigen. Sie fanden bei rund der Hälfte der untersuchten Parkinsonpatienten pathologische Proteinaggregate in den kleinen Nervenfasern der Haut. Die frühe Diagnose blieb aufgrund von unspezifischen Beschwerden jedoch weiterhin schwer. In seiner jetzigen Studie ist es dem Team gelungen, Alpha-Synuclein bereits in der Prodromalphase nachzuweisen. Das Protein eignet sich demnach als Biomarker, um Parkinson im Frühstadium zu diagnostizieren, in dem die typischen Bewegungsstörungen in der Regel noch nicht auftreten.


Dafür untersuchten die Neurowissenschaftler um Kathrin Doppler und Claudia Sommer aus Würzburg sowie Wolfgang Oertel aus Marburg 18 Patienten mit REM-Schlafstörungen, 25 Patienten mit frühem Morbus Parkinson und 20 gesunde Kontrollprobanden. Die Schlafstörung gilt als charakteristisches Frühsymptom der Parkinsonkrankheit. Sie äussert sich in aggressiven Träumen und auffälligen Bewegungen im Traumschlaf. Etwa 85 Prozent der Betroffenen entwickeln innerhalb von 15 bis 20 Jahre eine Parkinsonerkrankung. Auch bei REM-Schlafverhaltensstörung finden sich im Gehirn Ablagerungen von Alpha-Synuclein.


Phosphoryliertes Alpha-Synuclein konnten die Forscher mit einer Sensitivität von 55,6 Prozent bei 10 von 18 RBD-Risikopatienten nachweisen. Mit seiner Sensitivität von 80 Prozent wurde bei 20 von 25 Patienten mit frühem Morbus Parkinson ein Nachweis für die Alpha-Synuclein-Ablagerungen erbracht. Keine Ablagerungen hingegen fanden sich bei den gesunden Kontrollprobanden.
Kurz erklärt: Alpha-Synuclein ist ein kleines lösliches Protein im Gehirn, das unter anderem die Dopamin-Ausschüttung reguliert. Es ist in der Lage, Membrankanäle zu bilden und zählt daher zu den Transportproteinen. Mutationen im SNCA-Gen sind verantwortlich für Synucleinopathien, wie die erblichen Formen der Parkinson-Krankheit.

Therapiy Wissensmagazin – 01|2019 3.Jahrgang
Literatur: Doppler K et. Al.

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