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Knochenschwund

Knochenschwund

Mit Osteoporose ist nicht zu spassen. Wir räumen auf mit Mythen und Irrtümern rund um diese gefährliche Volkskrankheit.
Von Osteoporose am häufigsten betroffen ist die Wirbelsäule. Wirbelknochenbrüche können dann starke Schmerzen verursachen. Buckelbildung oder Abnahme der Körpergrösse sind Hinweise auf fortgeschnittene Osteoporose in einem oder mehreren Wirbelkörpern.

Osteoporose ist eine Krankheit

Osteoporose ist eine stille Krankheit mit gravierenden Folgen. Ein Sturz führt nicht selten zu einer Fraktur und damit zum Verlust der Selbstständigkeit. Bis jemand merkt, dass er Osteoporose hat, nimmt er kaum Alarmsignale wahr. Darum sollte sich jeder frühzeitig und aktiv mit der Krankheit befassen.

 

Auch Menschen der mittleren Altersklasse sind betroffen

Während des gesamten Lebens wird Knochensubstanz auf- und abgebaut. In den ersten 30 Jahren überwiegt der Knochenaufbau. Nach einer stabilen Phase kippt das Gleichgewicht auf die negative Seite. Bei über 40-Jährigen baut der Körper mehr Knochen ab als auf. Im Durchschnitt reduziert sich die Knochenmasse ab diesem Alter jedes Jahr rund um ein Prozent. Ab 50 steigt das Risiko für Osteoporose verstärkt.

 

Auch Männer sind betroffen

Frauen und Männer sind betroffen. Bei der Frau nimmt die Knochendichte nach den Wechseljahren einfach etwas schneller ab, weil ihr Körper immer weniger vom knochenschützenden Östrogen produziert. Auch bei den Männern verändert sich der Hormonspiegel, allerdings viel langsamer. Darum erkranken Männer in der Regel im Schnitt zehn Jahre später. Die Zahlen sind alarmierend: In der Schweiz wird jede zweite Frau über 50 irgendwann wegen Osteoporose einen Knochenbruch erleiden. Bei den Männern ist es jede Fünfte derselben Altersklasse. Insgesamt leiden rund 400'000 Personen in der Schweiz an Osteoporose.

 

Nicht nur Milch macht die Knochen stark

Milch und Milchprodukte sind als sehr guter Kalziumlieferant ein wichtiger Bestandteil der Osteoporose-Prävention. Trotzdem gibt es keine hinweise auf einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Milch oder Milchprodukten und dem Risiko für Osteoporose bedingte Hüftfrakturen. Die Kalziumzufuhr, beurteilt anhand des täglichen Milchkonsums, ist als Risikofaktor ungeeignet. Das berichten Ernährungsmediziner aus München. Sie hatten gemeinsam mit Geriatern der Universität Erlangen drei Metaanalysen zum Zusammenhang zwischen dem Milchkonsum und dem Osteoporose-Risiko ausgewertet.

 

Das alles braucht der Knochen

Kalzium und Vitamin D sind zwar ganz entscheidend für einen nachhaltigen Aufbau von Knochenmasse. Studien zeigen hingegen seit Langem, dass daneben auch ein Zusammenspiel verschiedener Mikronährstoffe wichtig ist, um einer Osteoporose entgegenzuwirken oder sie zu therapieren. Der Konchen ist nämlich nicht nur ein Mineralstoffgebilde. Er ist elastisch, enthält Kollagen, aber auch Folsäure, die Vitamine C und K2 sowie Magnesium und Spurenelemente wie Zink und Kupfer.

 

Das Gewicht spielt doch eine Rolle

Untergewichtige Frauen mit einem Body-Mass-Index unter 20 haben nach den Wechseljahren sogar ein grösseres Risiko für Knochenbrüche. Grund: Ihnen fehlt Fettgewebe, in dem Östrogen gebildet wird, ein Hormon, das vor Brüchen schützt.

 

Ist die Genetik beeinflussbar?

Der Einfluss der Genetik ist noch nicht ganz geklärt. Klar ist aber, dass die Lebensumstände mindestens ebenso wichtig sind. Alkohol und Nikotin schaden den Knochen. Wer seine Knochen durch Bewegung und Sport fordert, baut sie auf. Auf Druck und Belastung reagiert der Knochen mit der Bildung neuer Knochensubstanz.

 

Mit jedem Bruch steigt das Risiko von mehr Knochenbrüchen

Von Osteoporose-Brücken am ehesten betroffen sind die Wirbelkörper in der Lendenwirbelsäule, der Oberschenkelhals und die Speiche im Handgelenk. Solche Brüche können komplex, folgenreich und für den Patienten sehr mühsam sein. Mit jedem osteporotischen Knochenbruch steigt das Risiko für weitere Knochenbrüche. Viele ältere Patienten finden danach den Weg zurück in den Alltag nicht mehr. Sie verlieren an Selbstvertrauen, sind weniger beweglich und haben dauernd Schmerzen.

 

Eine Operation ist nicht immer notwendig

Bei leichten Brüchen lindert oft schon Physiotherapie oder das Tragen eines speziellen Korsetts die Beschwerden. Bei stärker deformierten Knochen stehen sogenannte Kyphoplastie-Verfahren zur Verfügung. Dabei injizieren Ärzte einen speziellen Knochenzement indem eingebrochenen Wirbelkörper. Der Eingriff erfolgt minimalinvasiv, also ohne offene Operation.

 

Bewegung ist wichtig

Regelmässige Bewegung stärkt sowohl Muskulatur als auch Knochen. Gut trainierte Muskeln fördern die Stabilität des gesamten Körpers und bieten eine gute Sturzprophylaxe. Bei fortgeschrittener Osteoporose sollte man aber mit dem Arzt besprechen, welche Aktivitäten das Verletzungsrisiko gering halten.

 

Magazin Sprechstunde Doktor Stutz Nr. 4/2019

 

 

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